Lehrermomente

Ein Blick auf das Schulleben aus Lehrersicht – Interview mit Herrn Römer

Wie fühlt es sich eigentlich an, täglich vor mehreren Klassen zu stehen und den gesamten Unterrichtsalltag zu gestalten? Um das Schulleben einmal aus der Sicht eines Lehrers kennenzulernen, haben wir Herrn Römer interviewt. Er unterrichtet Deutsch, Sozialkunde und Ethik und begleitet zahlreiche Schülerinnen und Schüler über verschiedene Jahrgangsstufen hinweg.


Auf die Frage, ob der Unterricht eher anstrengend oder motivierend sei, antwortete Herr Römer: beides. Einerseits könne es sehr anstrengend sein, besonders wenn eine Klasse unruhig ist. Gleichzeitig empfindet er es als sehr motivierend, da Schülerinnen und Schüler ein Recht auf guten Unterricht haben und er sich dafür verantwortlich fühlt, diesen jeden Tag zu ermöglichen. Jede Klasse sei unterschiedlich, doch alle benötigen Aufmerksamkeit und Struktur.


Am meisten Freude bereiten ihm Diskussionen im Unterricht. Besonders schön sei es, wenn er merkt, dass die Klasse wieder etwas dazugelernt hat. Auch Erarbeitungsphasen, in denen Schüler selbstständig arbeiten und Ergebnisse präsentieren, gehören zu seinen liebsten Momenten im Unterricht.

Auch außerhalb der Schule ist Herr Römer aktiv: Er ist Fußballtrainer, spielt Schach und Gitarre und ist Vater einer fünfköpfigen Familie. Sein Beruf hat zwar Vorrang, doch seine Hobbys geben ihm einen wichtigen Ausgleich.


Viele Schüler unterschätzen jedoch laut Herrn Römer den Zeitaufwand des Lehrerberufs. Unterricht findet nicht nur im Klassenzimmer statt: Vorbereitungen, Korrekturen und Planungen nehmen auch zu Hause viel Zeit in Anspruch. Außerdem kann der Unterricht nicht jedes Jahr gleich übernommen werden, sondern muss immer wieder neu angepasst werden, je nach Klasse und Situation.


Die größte Herausforderung im Schulalltag ist für ihn, allen, rund 200 Schülerinnen und Schülern, möglichst gleiche und faire Bedingungen zu bieten und jeden gleich zu behandeln. Dabei trägt er Verantwortung für sehr unterschiedliche Lernstände und Persönlichkeiten.


Durch iPads, Handys und KI hat sich der Unterricht deutlich verändert. Digitale Medien sind heute selbst ein Unterrichtsthema geworden. Präsentationen können einfach verschickt werden und Kopieren fällt oft weg, was vieles erleichtert. Gleichzeitig sieht Herr Römer auch Probleme: Manche Schüler lassen sich leicht ablenken. Besonders in der Unterstufe fällt es vielen noch schwer, verantwortungsvoll mit der Technik umzugehen, weshalb er hier stärker begleiten und eingreifen muss.


Dass die Technik nicht so funktioniert wie geplant, ist zum Glück nur noch selten der Fall. Früher sei das oft frustrierend gewesen, jedoch hat Herr Römer meist eine zweite Variante des Unterrichts vorbereitet.


Ein prägendes Erlebnis aus seiner eigenen Schulzeit war eine Nachsitzstunde bei seiner Stammkurslehrerin. Statt nur bestraft zu werden, durfte er anderen Schülern bei den Hausaufgaben helfen. Dabei merkte er, wie viel Freude es ihm macht, anderen etwas beizubringen. Nach dem Abitur arbeitete er mit der Gitarre und stellte ebenfalls fest, dass es ihm Spaß macht, anderen etwas mitzugeben. Diese Erfahrungen bestärkten ihn in seinem Wunsch, Lehrer zu werden.

Seine Entscheidung, Lehrer zu werden, begründet er damit, Jugendlichen die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre Zukunft zu geben und ihre Talente zu fördern. Ihm ist wichtig, junge Menschen auf ihrem Weg langfristig zu begleiten und ihnen etwas fürs Leben mitzugeben.


Sein Tipp an uns Schülerinnen und Schüler lautet:
„Vergeudet eure wertvolle Zeit nicht. Arbeitet an euren Talenten, fördert eure Interessen und versucht, das Leben zu genießen.“


Dieses Interview zeigt: Lehrer sein bedeutet nicht nur, Unterricht zu halten, sondern Verantwortung zu übernehmen, viele Schülerinnen und Schüler gleichzeitig zu begleiten und sie auf ihrem Weg in die Zukunft zu unterstützen.

-Mikail C.